Lüftungswärmeverlust

Der Lüftungswärmeverlust bildet jene Wärmemenge ab, die sich durch Lüftungsvorgänge, Undichtigkeiten und den Schornsteinabzug gemeinsam mit der Abluft aus dem Haus entweicht - und damit die Raumtemperatur verringert. Sind Fenster undicht und ist eine Ofenheizung installiert, ist der Verlust meist größer als der Lüftungswärmebedarf, d. h. des Energieaufwandes, der zum Heizen der erforderlichen Frischluft aufgebracht werden muss.

Diese ist notwendig, um CO2-Konzentration, Feuchtigkeitswerte und die Hygiene der Raumluft aufrecht zu erhalten. Bei dichten Fenstern und einer Zentralheizung ist das Verhältnis meist umgekehrt. In neuen, sehr dicht gebauten Gebäuden, in denen die Türen und Tore wenig geöffnet werden, kann der Lüftungswärmeverlust beim 0,05-0,1 fachen liegen. In undichten, alten Gebäuden können Werte bis 3,0 und mehr auftreten.

Die Summe aus Transmissionswärmeverlust und Lüftungswärmeverlust ergeben die Norm-Heizlast eines Gebäudes, d. h. der gesamten Energiemenge, die für eine konstante Raumtemperatur benötigt wird. Diese Kennzahl ist wiederum relevant für die Ermittlung der Größe des Heizkessels. Das Berechnungsverfahren beinhaltet die DIN EN 12831 und DIN 18599, welche seit 2009 für Nicht-Wohngebäude bedarfsorientierte Nachweise einfordern. Der Lüftungswärmeverlust wird in Vielfachen des Gebäudevolumens angegeben.

Je höher der Lüftungswärmeverlust ist, desto höher sind die Heizkosten eines Gebäudes. Permanente Kippstellungen von Fenstern, dauerhaft geöffnete Industrietore und undichte Fugen beeinflussen den Lüftungswärmebedarf negativ. Entsprechend wichtig ist es, bereits bei der Planung auf geringe Wärmeverluste zu achten (optimierte Raumaufteilung, Abdichtung und Isolierung der Hülle, Lüftungsanlagen mit Wärmetauschern) und im laufenden Betrieb auf ein bewusstes Lüften über Fenster und Türen/Tore zu achten. Das reduziert gleichzeitig die Zugluft und sorgt für eine Komfortsteigerung bei Mitarbeitern.