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Unter der Erde schlummert ein gewaltiges Potenzial: 99 % der geologischen Substanz sind wärmer als 1.000 Grad Celsius. Das wird nicht nur an Geysiren, Vulkanen und heißen Quellen deutlich. Bereits wenige Hundert Meter unter der Erde steigen die Temperaturen auf 350 Grad Celsius an. In Island werden so über Wasserdampf 90 Prozent aller Haushalte beheizt. Zusätzlich wird der Dampf zum Betreiben von Turbinen genutzt, die Strom liefern.

Sicherlich herrschen nicht überall so ideale Bedingungen wie in Island. Das erste Erdwärmekraftwerk der Welt entstand 1913 in Italien. In Deutschland spielt die Nutzung der Geothermie bislang nur eine untergeordnete Rolle - nicht zuletzt, da es im Zusammenhang mit Wärmekraftwerken zu Beschädigungen an Straßen und Gebäuden gekommen ist.

Genutzt wird Erdwärme in Deutschland jedoch im Zusammenhang mit dem Heizen einzelner Gebäude. Erdwärme-Sonden in einer Tiefe von 100 bis 150 Metern liefern in fast 400.000 Kleinanlagen aktuell Energie. Teilweise ist eine rentable Nutzung bereits ab 30 Metern gewährleistet.

Voraussetzung für den Betrieb einer Erdwärmeheizung ist eine ausreichende Fläche für Bohrungen, eine gute Dämmung, die Nutzung von Flächenheizungen sowie ein Budget ab ca. 18.000 Euro. Einsparen lassen sich anschließend 30 bis 70 Prozent der Kosten im Vergleich zu einer konventionellen Heizung. Da es sich bei der Geothermie um eine regenerative Energie handelt, vergibt der Staat Fördergelder für den Einbau einer Erdwärmeheizung.

Die „tiefe Geothermie“ hingegen lohnt sich in Deutschland nur selten. Hier sind Bohrungen in Tiefen von 3.000 bis 5.000 Metern notwendig, um auf Gesteinsschichten von 160 Grad zu stoßen. In diese wird Wasser gepumpt und aufgeheizt, das wiederum an der Oberfläche zum Betrieb von Turbinen genutzt wird. In modernen Organic-Rankine-Cycle-Anlagen (ORC) sowie dem Kalina-Verfahren ist die Stromerzeugung bereits bei niedrigen Temperaturen möglich.