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Lagerhalle heizen

Industrie-, Produktions- und Lagerhallen stellen vielfältige Ansprüche an das Heizungssystem: Offene Hallentore tragen immer wieder zur Zufuhr von Kaltluft bei, Mitarbeiter bevorzugen ein angenehmes Raumklima und Zugluft, die Staub aufwirbelt, wirkt sich möglicherweise negativ auf Produktionsprozesse aus. Entscheidend ist bei der Wahl des optimalen Heizungssystems damit die Art der Nutzung. Für das Lagerhalle heizen gelten dabei einige Besonderheiten.

Eigenschaften von Lagerhallen

Lagerhallen sind meist großflächige Gebäude mit einer hohen Deckenhöhe. Lagerregale bieten Stauraum für die zu lagernden Produkte, die während der Lagerzeit möglicherweise nur geringen Temperaturschwankungen ausgesetzt sein dürfen. Große Hallentore ermöglichen die Lieferung und den Abtransport von Waren. In einer Lagerhalle sind nur wenige Mitarbeiter tätig. Daraus ergeben sich Herausforderungen für die Wahl des passenden Heizungssystems für eine Lagerhalle:

  • eingeschränkte Luftzirkulation durch Lagerregale
  • immer wiederkehrende Zufuhr von Kaltluft durch offene Tore
  • angenehmes Raumklima für die Lagerarbeiter
  • hohe Deckenhöhen
  • konstante Lufttemperatur und Luftfeuchtigkeit

Bestimmung der Lufttemperatur

Die Lufttemperatur richtet sich nach zwei Faktoren: den eingelagerten Waren und den Mitarbeitern. Sofern es möglich ist, sind die Lufttemperaturen der Lagerhalle nach der Arbeitsstättenverordnung zu wählen (Ausnahmen gelten für Kühlwaren). Hiernach reichen bei mittelschweren Arm- und Beinarbeiten 17° Celsius, bei schweren Arbeiten 12° Celsius aus. Die für Lagerhallen übliche Temperatur liegt damit zwischen 15 und 22°.

Die Luftfeuchtigkeit für Lagerhallen

Hier gibt es keine konkreten rechtlichen Vorgaben – gleichermaßen gesund und zulässig sind Temperaturen zwischen 35 und 60 %. Hier wird ein Wert gewählt, der den Anforderungen der eingelagerten Produkte am Besten entspricht.

Die Luftwechselrate

Beim Heizen von Lagerhallen ist neben Lufttemperatur und Luftfeuchtigkeit die Luftwechselrate zu beachten. Dieser Wert richtet sich nach Schadstoffwerten, den MAK-Werten. Die Höchstwerte einzelner Stoffe finden sich in den technischen Regeln für Gefahrstoffe, für Lagerhallen gelten weniger strenge Regeln als für Produktionshallen. Hier reicht der ein- bis zweifache Luftaustausch je Stunde aus, wobei die Luftgeschwindigkeit vor allem im Aufenthaltsbereich nicht zu hoch sein sollte.

Aus diesen Anforderungen ergeben sich zwei Optionen zum Heizen der Lagerhalle: Luftheizungen und Strahlungsheizungen.

Luftheizungen zum Lagerhalle heizen

Luftheizungen heizen – wie ihre Bezeichnung bereits vermuten lässt – die Raumluft auf. Umluftheizungen (Warmlufterzeuger) sind in der Regel unter der Hallendecke montiert oder saugen die kalte Luft im Bodenbereich an und blasen diese nach dem Erwärmen von oben wieder in den Raum.

Das Problem: Warme Luft ist leichter als kalte und strömt dementsprechend stets nach oben unter das Hallendach. Auch wenn die Warmluft durch Ventilatoren nach unten in den Aufenthaltsbereich geblasen wird, kann sich eine Temperaturschichtung ergeben.

Ein weiteres Problem: In die Luftzirkulation muss außerdem ein Luftaustausch mit der Außenluft integriert werden. Gibt es dafür nicht ausreichend Fenster und Türen, ist der Einbau einer Lüftungsanlage notwendig. Bei Hallen, in denen häufig Lagertore geöffnet und geschlossen werden, ist zudem die permanente Kältezufuhr ein Faktor, der die Energiekosten in die Höhe treibt.

Vorteile von Luftheizungen

  • schnelle Reaktionszeit
  • Luftschleieranlagen über Hallentoren reduzieren Wärmeverluste

Nachteile von Luftheizungen

 

  • hohe Energiekosten, da große Luftmassen erwärmt werden müssen
  • gegebenenfalls Nutzung einer zusätzlichen Lüftungsanlage
  • angenehmes Raumklima entsteht nur über Aufheizen der Raumluft
  • permanente Luftbewegung birgt Risiko von Zugluft

Strahlungsheizungen für Hallen

Strahlungsheizungen erhitzen nicht die Raumluft, sondern Bauteile und Personen. Es entsteht auch bei niedriger Raumtemperatur ein angenehmes Raumklima. Zur Auswahl stehen dabei verschiedene Heizungssysteme:

  • Hellstrahler
  • Dunkelstrahler
  • Strahlplattenheizungen

Wandheizungen hingegen sind für Lagerhallen weniger geeignet, da durch die Lagerregale der Wirkungskreis der Strahlung stark eingeschränkt ist.

Hellstrahler für Lagerhallen

In Hellstrahlern verbrennt das Gas offen, die Heizstäbe glühen. Das führt zu hohen Oberflächentemperaturen, sodass Hellstrahler nur für sehr hohe Hallendecken geeignet sind.

Dunkelstrahler für Lagerhallen

In Dunkelstrahlern erfolgt keine offene Verbrennung, sondern eine verdeckte. Das führt zu wesentlich geringeren Oberflächentemperaturen. Gegenüber Hellstrahlern haben sie den Nachteil der geringeren Präzisierung von einzelnen Strahlungsbereichen, sind jedoch gut für Hallen mit geringeren Deckenhöhen und eine flächige Beheizung großer Hallen geeignet.

Ein weiterer Vorteil: Bei Dunkelstrahlern ist der Einsatz von Brennwerttechnik möglich, wodurch sich die Effizienz der ohnehin energiesparenden Heizvariante weiter verbessert.

Strahlplattenheizungen für Lagerhallen

Strahlplatten gehören zu den Niedertemperaturheizungen. Ihre Wärme erhalten sie über Heizungswasser, das sie durchströmt und die Wärme an die Platten abgibt – welche sie wiederum an die Raumluft abgeben. Während im Deckenbereich hierfür Platten angebracht werden, erfolgt das Verlegen der Rohre im Fußbodenbereich direkt in den Fußboden. Ein Vorteil der Flächenheizungen: Die Effizienz lässt weiter steigern durch die Nutzung regenerativer Energien.

Fazit

Es gibt keine pauschale Optimallösung für alle Lagerhallen. Welche sich für eine spezielle Halle am besten eignet, lässt sich durch eine Fachmann bestimmen.